Berlins dunkle Geschichte

Berlin Art Buncker Rheinhardtstr
Buncker Berlin

Vor genau 80 Jahren hat Adolf Hitler die Macht an sich gerissen. 12 Jahre später waren Millionen Menschen tot und der europäische Kontinent weitestgehend zerstört. Berlin war dabei das Zentrum dieser grausamen Macht. Spuren dieses Wahnsinns und des damals allgegenwärtigen Rassismus sind immer noch im Stadtbild zu sehen.

Jeder  Berlinbesucher wird  gewollt oder ungewollt über die Schatten dieser Zeit stolpern. Aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken sind da z.B. die vielen „Stolpersteine“. Diese Messingplatten, vor Häusern in Boden eingelassen, mit Namen und Datum geben Auskunft über ermordete Bewohner. Die ehemals sozialistisch/kommunistisch geprägte Berliner Bevölkerung konnte der Machtergreifung nichts entgegensetzen. Die unbeliebte Weimarer Republik war mit zu vielen Schwächen gestartet und genoss zu wenig demokratische Unterstützung in der Bevölkerung. Sehr schnell wurden demokratische Grundrechte und Rechtsstaatlichkeit im Sinne Hitlers umgebaut, hin zu der Gleichschaltung aller Lebensbereiche. Ungewollte Organisationen wie Gewerkschaften wurden verboten und viele Gesellschaftsgruppen stigmatisiert und ermordet.
80 Jahre später möchte Berlin nun mit vielen Ausstellungen diesem Kapitel begegnen. Mit dem Themenjahr:“ Zerstörte Vielfalt“   wird nun dieses Kapitel ausführlich beleuchtet. Hierzu schreibt Kulturstaatssekretär André Schmitz: “Ohne Erinnerung keine Zukunft. Wir wollen zeigen, wie der Prozess der Ausgrenzung verlief, wie viel Berlin durch die zerstörte Vielfalt verloren hat und bis heute schmerzlich vermisst. Gleichzeitig wollen wir so aber auch den Wert der wieder errungenen Vielfalt für unsere Stadtgesellschaft deutlich machen.”
Über das Jahr Verteilt wird es wohl mehr als 500 Einzelausstellungen zu diesem Thema geben. Als Wegeleitsystem werden Säulen dienen. Auf diesen werden Biografien von über 200 Menschen, die Berlin einst prägten bevor sie zu Opfern wurden, erzählt. Mehr Details findest du auf berlin.de.
Ich möchte hier nur auf 2 Ausstellungsorte eingehen, die ich besonders Spannend und erwähnenswert finde.
1)    Topographie des Terrors ( aktuelle Ausstellung: Berlin 1933 – Der Weg in die Diktatur)
Unweit des Potsdamer Platzes gelegen, befindet sich auf dem ehemaligen Gelände des Gestapo und SS Hauptquartiers dieses einzigartige Dokumentationszentrum. Seit 1987 beleuchtet es die Gräueltaten des Terrorregimes. Das Hauptaugenmerk der aktuellen Sonderausstellung liegt hier auf der Anfangsphase der Machtergreifung und deren Etablierung.  Der Eintritt ist kostenfrei.
2)    Portalausstellung im Deutschen Historischen Museum
Das DHM nimmt eine zentrale Position im Themenjahr „Zerstörte Vielfalt. Berlin 1933 – 1938“ ein. Hier findet der Berlinbesucher Informationen zur Gesamtausstellung und zu den einzelnen Projekten die über die Stadt verteilt sind. Der Eintritt ist natürlich auch umsonst.
Allen unseren geschichtsinteressierten Gästen kann ich außerdem nur ans Herz legen eine der walking tours mitzumachen die jeden Tag bei uns im Hostel starten.  So erfahrt ihr auf jeden Fall viel mehr über die Stadt als mit einem „gedruckten“ Stadtführer.
Bis bald in Berlin.

Leave a Reply

Your email address will not be published.